Neuseeland
ist das neueste Land, das den Durchbruch im Weinbau geschafft hat. Neuseeland erzeugt zu 90 Prozent Weissweine aus einer recht umfangreichen Rebenpalette. Der Rotwein-Anteil steigt jedoch allmählich, wozu vor allem der Vormarsch des Pinot Noir auf der Südinsel und die anhaltende Beliebtheit des Cabernet-Sauvignon beitragen.
Noch immer produzieren viele Kellereien billige Kurantweine, die meist süss ausgebaut sind und in grossen Behältnissen angeboten werden. Sie werden vor allem aus den Sorten Riesling x Sylvaner, Chenin Blanc und Palomino gepresst. Indesssen ist der Anteil der anspruchsvollen Qualitätsweine in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und nimmt weiter zu. Nur sie kommen in den Export, und die Erzeuger wissen sehr wohl, dass die ausländischen Kunden wählerisch sind, stets mehr wählen können und nicht unbedingt auf neuseeländische Weine gewartet haben. Sie versuchen sich also, mit sichtlichem Erfolg, von andern Provenienzen abzuheben.
Die Hauptanbaugebiete lagen ursprünglich alle auf der wärmeren Nordinsel, die, wenigstens vordergründig, die besseren klimatischen Bedingungen aufweist. Seit kurzem dringt die Weinzone nun auch auf der Südinsel vor, die in Vorzugslagen am Nordrand nur wenig kühler ist.
Australien/Neusüdwales
Mit einem Anteil von knapp einem Viertel der Rebfläche ist der Bundesstaat Neusüdwales die Nummer zwei im Lande. Das Weinbaugebiet, das alle andern überstrahlt, heisst Hunter Valley und liegt etwa 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sydney. Eigentlich sind es zwei Gebiete: Hunter Valley und das weiter landeinwärts gelegene Upper Hunter Valley. Die Distanz dazwischen beträgt zwar nur 50 bis 100 Kilometer. Doch in manchen Jahren können die klimatischen Verhältnisse enorm auseinanderklaffen. Wenn australische Experten ihre Jahrgangsberichte schreiben, behandeln sie die beiden Teile immer gesondert.
Südaustralien
Die weitaus grösste Rebfläche weist das Bundesland Südaustralien auf. Auf einem relativ kleinen Gebiet rund um die Hauptstadt Adelaide liegen die bedeutendsten Anbaugebiete dicht beisammen - wenigstens für australische Verhältnisse; für europäische Massstäbe wären Clare und Coonawarra, 400 Kilometer voneinander getrennt, bereits zwei verschiedene Weinwelten.
Riverland liefert mehr als einen Drittel der australischen Weinproduktion, doch ein erheblicher Teil kommt unter dem Namen anderer Gebiete auf den Markt. Der Name leitet sich vom Murray River her, der in den Australischen Alpen entspringt, mehrere Anbaugebiete entlang der Grenze zwischen Neusüdwales und Victoria durchfliesst und kurz nach der Grneze zu Südaustralien das meerfernste Gebiet dieses Staates erreicht. Riverland ist für Australien, was das Central Valley für Kalifornien oder die Mancha für Spanien.
Das Barossa Valley liegt rund 50 Kilometer nordöstlich von Adelaide. Etliche Weine aus diesem Gebiet haben sich weltweit einen Namen gemacht. Barossa Valley steuert knapp zehn Prozent zur australischen Traubenproduktion bei - was ja nicht gleichbedeutend mit Weinproduktion ist - und ist das weitaus grösste Qualitäts-Anbaugebiet des Kontinents.
Kleinere, ebenfalls vorzügliche Gebiete sind das Clare Valley, etwas 100 Kilometer nördlich von Adelaide und die Southern Vales, die am südlichen Stadtrand der Kapitale beginnen. Besonders merken muss man sich den Namen des Weinbaugebietes Coonawarra im Südzipfel des Staates. Das Klima ist etwas frischer als in den andern Zonen, fast ideal für Weinbau.
Übriges Australien
Ferner liefen - aber schliefen nicht! Am stärksten wachsen zurzeit die Rebflächen in Westaustralien. Noch machen sie erst wenige Prozent des Ganzen aus, doch das könnte sich ändern, denn hier liegt das vielleicht grösste unausgebeutete Potential Australiens. Auch qualitativ. Und viel erwarten darf man auch vom Swan Valley bei Perth und vom Mount Baker bei Albany.
Die Insel Tasmanien, mit dem "europäischen" Klima des Kontinents, hat erst begonnen, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. In Queensland muss der Weinbau aus Klimagründen wohl eine Marginalie bleiben. Ebenso in den Northern Territories, im Landesinnern bei Alice Springs.
Victoria
Dieser Bundesstaat mit Melbourne als Hauptstadt, der noch etwas weiter nach Süden reicht als Südaustralien, steckt neuerdings wieder in einer Phase des Weinbau-Aufschwungs. Noch vor hundert Jahren lag hier der Anbau-Schwerpunkt und standen grössere Flächen unter Reben als in Südaustralien und Neusüdwales zusammen. Dem setzte die Reblaus, die sonst weiter Teile Australiens verschonte, ein jähes Ende. Nur ein kärglicher Rest der Weinberge blieb verschont. Inzwischen ist Victoria wieder Weinstaat Nummer drei mit einem Flächenanteil von etwa einem Sechstel.
Bedeutende Anbaugebiete liegen am Murray River, der die Grenze zu Neusüdwales bildet, so etwa Mildura, Swan Hill und Rutherglen, und andere wie Glenrowan, Milawa, Avoca und Goulburn Valley zwischen Fluss und Küste.