Kalifornien
Kalifornien im raschen Weinszenenwechsel
In buchstäblich "amerikanischen Tempo" wandelt sich derzeit die Weinszene Kaliforniens. Wenige Jahre haben genügt, um manches umzukrempeln. Dafür ist nicht nur der ungebremste Fortschrittsglaube verantwortlich, sondern ebenso ein verändertes Bewusstsein, eine Rückbesinnung darauf, dass nicht alles im Keller machbar ist, sondern dass die Weichen im Weinberg gestellt werden. Dabei werden die Produzenten durch die Rückkehr der Reblaus schmerzlich daran erinnert, welche Rolle letzlich die Natur in ihrem Gewerbe spielt.
"Zurück zu den Reben", so heisst zurzeit das Motto der kalifornischen Weinbesitzer. Das ist neu: Noch vor kurzem galt nämlich praktisch deren ganze Aufmerksamkeit der Optimierung der Kellertechnik. Nachdem es die Kalifornier geschafft haben, sich im Bereich Kellertechnik eine internationale Spitzenposition zu verschaffen, wollen sie nun gleiches auch im Rebbau erreichen. Wer verfolgt hat, wie sie die Erforschung der Kellertechnik betrieben, der ahnt, mit welchem Aufwand und welcher Akribie sie sich nun des Rebbaus annehmen.
Kalifornische Spitzenweine gehören heute schon zu den gesuchtesten Gewächsen der Welt. Sie stammen meits aus dem Napa Valley, Sonoma Valley, Mendocino oder Sanluis Obispo.
Das Rebenmeer im Central Valley
Nur ein kleiner Teil der kalifornischen Weine stammt aus einem der bekannten Anbaugebiete. Rund 80 Prozent aller Weinreben stehen im Central Valley. Dieses riesige, topfebene Tal umfasst mehr als die Hälfte der Längenausdehnung Kaliforniens und trennt dabei das Sierra-Nevada-Gebirge von der hügeligen Küstenkette entlang des Pazifiks.
Im Central Valley werden fast ausschliesslich "jug wines" hergestellt, die vielfach ohne Sorten- und Herkunftsangabe mit Typenbezeichnungen wie "Chablis" für Weisswein oder "Burgundy" für Rotwein in den Handel kommen. Die wichtigsten Rebsorten im Central Valley sind jene, die in heissem Klima gedeihen und nicht auf kühlende Nachtbrisen angewiesen sind.. Die weissen French Colombard und Chenin Blanc sowie die roten Grenache, Zinfandel und Carignan erfüllen diese Bedingungen und sind darum auch fünf der sieben wichtigsten Traubensorten.
Mexiko
Mexiko: Viel Potential und wenig Wein
Der Wein tut sich schwer in Mexiko. Zwar hat die Weinkultur der Neuen Welt hier die ältesten Wurzeln, und doch hat das Land die jüngste Weingeschichte des amerikanischen Kontinents.
Schwerpunkt des Tafelweinbaus ist der nördliche Teil von Baja California, unmittelbar angenzend an das Kalifornien der USA. Es ist dies die einzige Zone mit mediterranem Klima.
Mit Beginn der neuntiger Jahre schlitterte die Weinindustrie Mexikos in eine grosse Krise. Der Rebbau - und damit verbunden - die Weinproduktion deckten in den meisten Betrieben nicht einmal mahr die Kosten. Die Zahl der mexikanischen Weinproduzenten lässt sich heuten an zwei Händen abzählen. Schade, Mexiko hätte alle Voraussetzungen und Möglichkeiten ein Weinland zu werden.
Texas
Aufbruchstimmung in Texas
Wein passt nicht unbedingt in die Klischeevorstellung vom Wildweststaat Texas. Doch vor einigen Jahren erfassten eine Weinrenaissance den Staat, der mit 692'405 Quadratkilometern grösser ist als Frankreich und die Benelux-Länder zusammen und in verschiedenen Gebieten ausgezeichnete Bedingungen für den Rebbau aufweist.