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Weinsuche:
                   

Weinbau

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Am Anfang war die Rebe

Hätten Sie es gewusst: Die Rebe ist in ihrer ursprünglichen Wuchsform eine mit Lianen zu vergleichende Waldpflanze. Einer Schlingpflanze ähnlich klettert sie in lichten Wäldern den Bäumen entlang hoch. Ein solcher Kletterstrauch kann riesige Ausmasse erreichen, Stämme von erheblicher Dicke entwickeln und 200 bis 300 Jahre alt werden. Letzte Exemplare solcher Wildreben kann man in Auenwäldern Deutschlands, der Schweiz (Wallis), des Balkans und vor allem in den Länders des ehemaligen Jugoslawiens finden.


Der Ursprung der Rebe

Während den ersten Eiszeiten verschwanden die Rebengewächse aus den weit nördlichen Gebieten. Sie überlebten am Mittelmeer, in den Gebieten um das Schwarze Meer und in Mittelasien. Danach jedoch wanderten die Reben wieder nach und nach zurück in den mitteleuropäischen Raum. Es ist anzunehmen, dass die Kultivierung der Wildrebe durch den Menschen bereits vor etwa 4000 Jahren im östlichen Mittelmeerraum schrittweise begonnen hat.


Bau der Rebe

Das Geheimnis des Weins steckt im Bau der Rebe. Kenntnisse über Wein und Weinbau sollten sich nicht im Wissen über Weingeographie und Weingeschichte erschöpfen. Im Mittelpunkt steht die Rebe mit ihrem Bau und den daraus resultierenden Lebensvorgängen. Schon immer hat sich der Mensch dieser Kenntnisse zu bedienen gewusst und hat damit wichtige Voraussetzungen zur Bereitung grosser Weine geschaffen. Die Rebe als Pflanze ist darum einer näheren Betrachtung wert. Organe und Erscheinungsbild. Als Hauptorgane der Rebe werden unteschieden: Wurzel, Achse mit Knospen, Blätter, Blüten und Ranken.

 

Die Wurzel verankert die Rebe im Boden und dient der Wasser- und Nährstoffaufnahme. Aus Samen entstandene Reben bilden Pfahlwurzeln mit zahlreichen Seitenwurzeln. Reben aus Samen werden aber nur bei der Züchtung verwendet. Der Weinbau bedient sich der durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandenen Rebstöcke, damit das Ergut der gezüchteten Ausgangspflanze unverändert erhalten bleibt und weitergegeben wird. Solche Ableger sind Triebstücke des einjährigen Rebholzes, die, in den Boden gesteckt, einen neuen Rebstock bilden. Die Achse, welche Wurzel und Bläter als Leitorgan miteinander verbindet, besteht aus dem Stamm und Schenkeln aus mehrjährigem Holz sowie den Einjahrestrieben. Jeder Trieb entwickelt Blätter, Blüten, Knospen und Ranken. Aus den "Geiztrieben" in den Blattachseln können sich ebenfalls Trauben bilden, die hierzulande in guten Jahren als "Wintertroller" auswachsen.

 

Am einjährigen Holz wachsen an den regelmässigen Verdickungen in den Blattachseln die Knospen, auch Augen genannt. Diese entwickeln sich im Frühjahr zu einjährigen Sommertrieben, die ihrerseits durch Knoten gegliedert sind und im drauffolgenden Winter geschnitten werden. Wer schon selbst einmal Reben geschnitten hat, weiss, dass eine gewisse Anzahl Knospen am Trieb stehenbleiben muss, die dann im folgenden Jahr neue Triebe ergeben. Die Knospe enthält in Miniaturform bereits diesen neuen Sommertrieb mit Blattanlagen und Blütenständen. Das Blatt ist neben der Wurzel das wichtigste Ernährungsorgan. Es verarbeitet Wasser, Kohlendioxyd und die Nährstoffe aus dem Boden mit Hilfe von Sonnenenergie in organische Sustanz. Die Früchte - Traubenbeeren - sind also weitgehend ein Produkt dieses als Assimilation oder Photosynthese bezeichneten Vorgangs. Jede Rebe hat eine für sie charakteristische Blattform.

 

An den fruchtbaren Sommertrieben bilden sich vom dritten Knoten an Blütenstände statt Ranken. Sie sind, botanisch gesehen, Rispen mit Blüten am Ende der Verästelungen. Diese Rispen werden bei der Reife zu Trauben, die bei den heute verwendeten Ertragssorten etwa 100 bis 200 Beeren enthalten. Die Ranken sind von der Abstammung her nahe mit den Gescheinen verwandt. Treffen sie auf Drähte oder Pfähle, winden sie sich infolge einer Reizbewegung in die Höhe und dienen dabei als Stützvorrichtung. Die Ranken verholzen im Laufe des Jahres.


Das Weinjahr

Die Tätigkeiten des Winzers und des Kellermeisters über das Jahr zeigen deutlich: Weinbau in Verbindung mit Weinbereitung ist ein arbeitsintensives Gewerbe. Von der Anlage eines Rebberges und dess Pflege über die Ernte und Weinbereitung bis zum Ausbau des trinkfertigen Qualitätsweines müssen sehr viele Arbeitsstunden aufgewendet werden - mehr als in praktisch jedem andern Landwirtschaftszweig. Allerdings sind auch die Erträge pro Flächeneinheit entsprechend hoch. Doch sie setzen viel mühsame Handarbeit voraus. Dabei besteht häufig - und zum Glück - eine direkte Beziehung.

 

Die einzelnen Abschnitte des Weinjahres:

 

  • Januar/Februar: Rebenschneiden
  • März/April: Bodenbearbeitung
  • Mai/Juni: Laubarbeiten
  • Juli/August: Schädlinge bekämpfen
  • September/Oktober: Ernte und Weinbereitung
  • November/Dezember: Winterruhe

Januar/Februar: Rebenschneiden

Mit den Januarfrösten ist auch die kurze Winterruhe des Winzers vorbei. Mit Handschuhen und verschiedenen, heute oft pneumatischen Rebscheren macht er sich auch bei grosser Kälte an das Rebenschneiden.


März/April: Bodenbearbeitung

Die Bodenpflege soll günstige Voraussetzungen für das Gedeihen der Rebe schaffen. Der Luft-, Humus- und Wasserhaushalt des Bodens muss geregelt, übermässiges Unkrautwachstum verhindert werden. Der Boden soll genügend Nährstoffe durch Mineralisierung der organischen Substanz im Boden freisetzen. In Steillagen sind Stützmäuerchen zum Schutz vor Bodenerosion auszubessern; die Erde darf von den Frühlings- und Sommerregen nicht weggeschwemmt werden.


Im traditionellen Rebbau wird zu diesem Zeitpunkt der Rebberg gepflügt, später der Boden mit Hackgeräten bearbeitet. Heute setzt der Weinbauer sinnvollerweise immer mehr kombinierte Bodenpflegesysteme ein: Gründüngungspflanzen zwischen den Rebzeilen, später mehrmaliges Mähen, Mulchen oder Walzen. Erwünschte Unkräuter werden gefördert, unerwünschte verdrängt. Unter den Rebstöcken wird der Boden durch Herbizidspritzungen oder Jäten sauber gehalten. Die Reben brechen allmählich ihre Winterruhe ab und beginnen durch Saftaustritt zu "weinen". Jetzt sind Fröste gefährlich, Regenfälle hingegen erwünscht.


Mai/Juni: Laubarbeiten

Die Reben sind jetzt voll im Saft, die Triebe, Blätter und Blüten entwickeln sich. Das bedeutet gleichzeitig grösste Gefahr von Spätfrösten anfangs Mai. Der Winzer ist jederzeit bereit, seine Rebberge mit Spezialöfen oder andern geeigneten Mitteln vor solchen Kälteeinbrüchen zuschützen, denn sie können die Erträge empfindlich vermindern. Nach den sogenannten "Eisheiligen" Pankraz, Servaz und Bonifaz sind die Reben bei normalem Vegetationsverlauf bereits so widerstandsfähig, dass ihnen weitere Kälte nichtmehr viel anhaben kann. Mit der beginnenden Wachstumsperiode steigt dafür die Anfälligkeit für verschiedene Pilzkrankheiten und Schädlinge.


Juli/August: Schädlinge bekämpfen

Bis zum Weichwerden der Traubenbeeren besteht das Risiko des Befalls der Rebe durch Falschen Mehltau. Empfindliche Verluste drohen. Der Pilz wird vorbeugend mit der kupferhaltigen, im Rebbau allgegenwärtigen "Bordeaux-Brühe" behandelt. Der Winzer spritzt sie je nach Witterung drei- bis zehnmal während des Sommers, und zwar jeweils im Morgengrauen oder bei bewölktem Himmel, da die Sonnenstrahlen sonst die Blätter verbrennen.

 

Die Rebtriebe wachsen jetzt rasch. Es gilt zu verhindern, dass sie zu lang werden und ein Dach bilden. Ueberlange Aeste werden deshalb oben gekappt. Triebe ohne Trauben, die Geiztriebe, werden unten zur besseren Durchlüftung entfernt, oben aber stehen gelassen, weil sie Nährstoffe in benachbarte Triebe mit Trauben weitergeben.


September/Oktober: Ernte und Weinbereitung

Ende September stellen die untersten Blätter, etwas später auch diejenigen in der Traubenzone, ihre Assimilationstätigkeit ein und können entfert werden. Das wird als Auslauben bezeichnet. Damit kann die Luft in den Rebanlagen besser zirkulieren; die Trauben trocknen besser und neigen weniger zu Fäulnis. Der Winzer schützt die Rebberge mit Schutznetzen gegen Vogelfrass - und mit erhöhter Wachsamkeit gegen Traubendiebe.Wenn sich die Trauben ihrer Vollreife nähern, wird der Erntezeitpunkt in den verschiedenen Gebieten von den Behörden festgelegt. Die Weinlese nimmt etwa einen Fünftel des Gesamtaufwandes für die Rebarbeiten ein, und die dann herrschende Witterung ist mitentscheidend für die Weinqualität.


Bei trockenem Wetter wird darum oft Tag und Nacht, werktags und sonntags emsig gearbeitet, um das Traubengut trocken und gesund einzubringen. Nachher wird es im Keller unverzüglich weiterverarbeitet, da sonst die Gefahr von Fehlgärungen besteht.Die Trauben werden im Keller gemahlen und beim Weisswein sofort abgepresst und vergoren. Rosé entsteht nach kurzer Gärung, Rotwein nach längerer Gärung der Maische vor dem Abpressen. Je nach Gärverfahren dauert dieser Vorgang fünf Tage bis drei Wochen. Der frisch abgepresste Traubenmost enthält Trubstoffe, so dass er vor der Weinbereitung entschleimt werden muss. Nach der Gärung kommt der Wein in die Fässer zur Pflege und Lagerung. Die Lagergebinde sind vorher gründlich gereinigt worden, denn nur in gesunden, reinschmeckenden Fässern kann ein reintöniger Wein entstehen. Die Pflege von Holzfässern ist eine aufwendige Angelegenheit und wird in der Regel unmittelbar nach ihrer Entleerung vorgenommen.


November/Dezember: Winterruhe

Im Rebberg kehrt allmählich die Winterruhe ein. In manchen Gegenden sind noch einzelne Trauben an den Stöcken geblieben und Beeren durch Edelfäule teilweise eingetrocknet. Sie werden im November gelesen und daraus gesuchte Spezialitäten bereitet: Trockenbeerenauslesen, Eiswein, "vendanges tardives" usw. Später wird er noch das zerkleinerte Rebschnittholz in die Erde einarbeiten. Nicht auswaschbare Dünger - Phosphor, Kali, Magnesium - werden bei Bedarf als Mischdünger zwischen den Reben ausgestreut. Regelmässige Ernten setzen planmässige Nährstoffzufuhr voraus - stets unter Berücksichtigung der Wuchskraft der Reben, der angestrebten Erträge, der Bodenart und des Alters der Reben.

 

Sind die umfangreichen Herbst- und Aufräumarbeiten abgeschlossen, wird es in den Weinbetrieben etwas ruhiger. Man wartet die Zeit der ersten Fröste ab, um wieder mit dem Rebschnitt zu beginnen. Falls nicht noch die Buchhaltung und sonstige während des Jahres versäumte Büroarbeiten zu erledigen sind, kann der Winzer jetzt vorerst einmal in Ruhe ein Gläschen Wein in der warmen Stube geniessen und sich über das vollendete Weinjahr freuen! Sind die umfangreichen Herbst- und Aufräumarbeiten abgeschlossen, wird es in den Weinbetrieben etwas ruhiger. Man wartet die Zeit der ersten Fröste ab, um wieder mit dem Rebschnitt zu beginnen. Im Keller hingegen gibt es noch Arbeit: Der zweijährige Wein kann nun abgefüllt, etikettiert, verkorkt und für den Verkauf verpackt werden. Danach kann sich der Winzer mit einem schönen Glas Wein in der warmen Stube über das vollendete Weinjahr freuen

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Lebensraum der Reben

Die Rebe ist eine Pflanze der gemässigten Klimazonen der Erde. Auf der nördlichen Halbkugel liegt ihr Verbreitungsgebiet etwa zwischen dem dreissigsten und einundfünfzigsten Breitengrad. In diesem Streifen befinden sich die Anbaugiete von Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika. Das Gebiet mit der stärksten Verbreitung der Rebe ist der Mittelmeerraum. Hier ballen sich die klassischen Rebländer zusammen, auf die mehr als die Hälfte des Weltweinbaus entfällt: Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Nordafrika. Hier liegt auch der Ausgangspunkt der Reb- und Weinkultur, die dann von den Römern und Griechen verbreitet wurde und so auch bis weit nach Nordeuropa gelangt ist.

 

Ueber den fünfundvierzigsten Breitengrad hinaus nach Norden sind die Bedingungen für die Rebe nicht mehr so günstig, so dass sich der Anbau weitgehend auf die südlich geneigten Hänge der geschützten Flusstäler beschränkt. Mit Ausnahme Skandinaviens findet man Weinberge in allen europäischen Staaten. Auf der südlichen Hemisphäre ist der Klimastreifen schmaler: Der Rebbau Südamerikas, Südafrikas, Australiens und Neuseelands konzentriert sich auf Gebiete zwischen dem dreissigsten und vierzigsten Grad südlicher Breite. In diese Regionen wie auch nach Nordamerika haben die Europäer die Rebkultur gebracht. Weinbau kommt aber auch in Zonen mit abweichenden Klimabedingungen vor, so zum Beispiel in tropischen und subtropischen Gebieten. Wobei dort bei bestimmten Rebsorten sogar zwei Ernten möglich sind. Da in diesem Falle die natürliche Winterruhe fehlt, muss eine kurzfristige Vegetationspause durch Beschränkung der Wassergaben und durch Entlaubung nach dem Schnitt erzwungen werden.

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