Amerika

Nordamerika

wk-nordamerika.pngDas Weinbau-Dorado der USA ist Kalifornien. Weine aus dem Napa und Sonoma Valley, aus Los Carneros und Mendocino nördlich von San Franzisco haben es zu Weltruhm gebracht. Hohe Qualität kommt auch aus küstennahen Gebieten Mittelkaliforniens, während das heisse Central Valley vor allem Mengen liefert - Ausnahmen bestätigen auch die Regel.

Neue Gebiete in den Staaten Oregon und Washington beginnen sich einen Namen zu machen. Weniger bekannt sind die Weinberge im Staat New York, am Erie- und Ontario-See im Osten der USA. Selbst Südkanada erzeugt etwas Wein. Mexiko zählt bisher eher als "Land der schwach genutzten Möglichkeiten". Doch hier schlummert ein Potential, welches wohl in den nächsten Jahren "erwachen" wird!

Kalifornien

Kalifornien im raschen Weinszenenwechsel

In buchstäblich "amerikanischen Tempo" wandelt sich derzeit die Weinszene Kaliforniens. Wenige Jahre haben genügt, um manches umzukrempeln. Dafür ist nicht nur der ungebremste Fortschrittsglaube verantwortlich, sondern ebenso ein verändertes Bewusstsein, eine Rückbesinnung darauf, dass nicht alles im Keller machbar ist, sondern dass die Weichen im Weinberg gestellt werden. Dabei werden die Produzenten durch die Rückkehr der Reblaus schmerzlich daran erinnert, welche Rolle letzlich die Natur in ihrem Gewerbe spielt.

"Zurück zu den Reben", so heisst zurzeit das Motto der kalifornischen Weinbesitzer. Das ist neu: Noch vor kurzem galt nämlich praktisch deren ganze Aufmerksamkeit der Optimierung der Kellertechnik. Nachdem es die Kalifornier geschafft haben, sich im Bereich Kellertechnik eine internationale Spitzenposition zu verschaffen, wollen sie nun gleiches auch im Rebbau erreichen. Wer verfolgt hat, wie sie die Erforschung der Kellertechnik betrieben, der ahnt, mit welchem Aufwand und welcher Akribie sie sich nun des Rebbaus annehmen.

Kalifornische Spitzenweine gehören heute schon zu den gesuchtesten Gewächsen der Welt. Sie stammen meits aus dem Napa Valley, Sonoma Valley, Mendocino oder Sanluis Obispo.

Central Valley

Nur ein kleiner Teil der kalifornischen Weine stammt aus einem der bekannten Anbaugebiete. Rund 80 Prozent aller Weinreben stehen im Central Valley. Dieses riesige, topfebene Tal umfasst mehr als die Hälfte der Längenausdehnung Kaliforniens und trennt dabei das Sierra-Nevada-Gebirge von der hügeligen Küstenkette entlang des Pazifiks.

Im Central Valley werden fast ausschliesslich "jug wines" hergestellt, die vielfach ohne Sorten- und Herkunftsangabe mit Typenbezeichnungen wie "Chablis" für Weisswein oder "Burgundy" für Rotwein in den Handel kommen. Die wichtigsten Rebsorten im Central Valley sind jene, die in heissem Klima gedeihen und nicht auf kühlende Nachtbrisen angewiesen sind.. Die weissen French Colombard und Chenin Blanc sowie die roten Grenache, Zinfandel und Carignan erfüllen diese Bedingungen und sind darum auch fünf der sieben wichtigsten Traubensorten.

Mexico

Mexiko: Viel Potential und wenig Wein

Der Wein tut sich schwer in Mexiko. Zwar hat die Weinkultur der Neuen Welt hier die ältesten Wurzeln, und doch hat das Land die jüngste Weingeschichte des amerikanischen Kontinents.

Schwerpunkt des Tafelweinbaus ist der nördliche Teil von Baja California, unmittelbar angenzend an das Kalifornien der USA. Es ist dies die einzige Zone mit mediterranem Klima.

Mit Beginn der neuntiger Jahre schlitterte die Weinindustrie Mexikos in eine grosse Krise. Der Rebbau - und damit verbunden - die Weinproduktion deckten in den meisten Betrieben nicht einmal mahr die Kosten. Die Zahl der mexikanischen Weinproduzenten lässt sich heuten an zwei Händen abzählen. Schade, Mexiko hätte alle Voraussetzungen und Möglichkeiten ein Weinland zu werden.

Texas

Aufbruchstimmung in Texas

Wein passt nicht unbedingt in die Klischeevorstellung vom Wildweststaat Texas. Doch vor einigen Jahren erfassten eine Weinrenaissance den Staat, der mit 692'405 Quadratkilometern grösser ist als Frankreich und die Benelux-Länder zusammen und in verschiedenen Gebieten ausgezeichnete Bedingungen für den Rebbau aufweist.

Südamerika

wk-suedamerika.pngDer "Weinbaugürtel der südlichen Hemisphäre" ist allgemein schmaler als nördlich des Äquators. Doch in Südamerika erreicht er beachtliche Ausdehnungen: Von 40 bis 15 Grad südlicher Breite auf der Ostseite und sogar von 40 bis 10 Grad im Andengebiet. Entsprechend bedeutend ist denn auch der Weinbau auf diesem Kontinent.

An vorderster Stelle hinsichtliche Quantität und Qualität steht Argentinien. Die Hauptregionnen liegen in Sichtweite der Andenkette in der Provinz Mendoza und den Nachbargebieten San Juan und rio Negro. Viele Weine haben heute durchaus europäisches Niveau.

Jenseits der Anden auf etwa gleicher geografischer Breite, mit Zentrum Santiago, erstrecken sich die chilenischen Weinberge. Die guten Voraussetzungen für grosse Weine werden erst zaghaft genutzt.

Peru lässt mit vielversprechenden Versuchen aufhorchen. Brasilien und Uruguay produzieren praktisch nur Wein für den Heimmarkt.