Mittel Italien

Italiens Mitte mit viel Wein-Mittelmass

Für Qualitäts-Weinbau wäre in Umbrien, Latium und in Marken alles vorhanden - ausser dem Anreiz und dem Ehrgeiz, ihn zu verwirklichen. So triumphiert mehrheitlich die Mittelmässigkeit, von hübschen Ausnahmen abgesehen.

Umbrien-Liebhaber behaupten, dass Orivieto, Montefalco, die Hügel am Trasimenischen See und um Perugia den berühmten Weinregionen der Toskana in nichts nachstehen. Umbien könnte wirklich ein Weinparadies sein. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die internationalen Weinmacher in der Toskana ausgetobt haben und sich nach neuen Herausforderungen umsehen.

Die Region Latium hat die nicht eben einfache Aufgabe, den italienischen Wasserkopf Rom zu füttern und zu tränken. Latium nimmt immerhin Rang sechs unter den italienischen Weinproduktions-Regionen und erzeugt mit nahezu vier Milionen Liter mehr als die Toskana oder das Piemont. Es ist irgendwie verständlich, dass die meisten Weinbauern nur in Richtung Rom sehen, wenn sie ihren Wein machen, und weniger an Spitzenprodukte für den Export denken. Das Hinterland von Rom mit Städten wie Viterbo, Rieti und Frosinone istt weitgehend unbekannt geblieben.

Der topographische Aufbau der Marken lässt sich leicht merken: In ihrem Rücken liegt die Apenninenkette. Daran schliesst sich ein Hügelstreifen an, der sich gegen die Adria verflacht. Mit fast zwei Millionen Hektolitern sind die Marken ein respektabler Produzent. Ausser dem Verdicchio hat keiner ihrer Weine grösseren Erfolg ausserhalb der Region verzeichnen können.