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So degustieren Sie Wein richtig

Degustieren bedeutet nichts anderes als kosten, in Bezug auf Geruch und Geschmack prüfen. Natürlich geht es dabei auch um die fehlerfreie Qualität des Weines. Wirklich entscheidend ist aber, dass Sie für sich persönlich prüfen, ob er Ihnen ganz einfach schmeckt. Wir haben unseren Chefönologen Marc Heumann gefragt, worauf es beim Wein-degustieren ankommt und seine Expertentipps für Sie zusammengefasst.

Keine Scheu vor der Weindegustation

Wein degustieren soll Freude und Genuss bereiten. Halten Sie sich immer vor Augen, nicht Sie oder Ihre Weinkenntnisse werden dabei geprüft, sondern der Wein. Ihre Nase und Ihr Gaumen sind die obersten Instanzen.

Beim Degustieren geht es weniger um die fehlerfreie Qualität des Weines, viel wichtiger ist, ob ein Wein Ihren Vorlieben entspricht und welche Geruchs- oder Geschmackserinnerungen er bei Ihnen weckt. Empfinden Sie es keinesfalls als mangelnde Weinkennerschaft, wenn Sie ein Aroma, das andere feststellen, nicht identifizieren können. Haben Sie keine Scheu, auch Wahrnehmungen auszudrücken, die Ihre Degustationsfreunde vielleicht überraschen. „De Gustibus non est disputandum – über Geschmäcker ist nicht zu streiten“, nur Ihr persönliches Empfinden zählt. Es bereitet aber grösstes Vergnügen, Gedanken über Wein und die individuellen Sinneswahrnehmungen auszutauschen und beim zweiten und dritten Schluck darauf zu achten.

Wein degustieren heisst auch die Nase trainieren

Der Geruchssinn verfügt über ein ausgeprägtes Erinnerungsvermögen. Als „Augentiere“ sind wir Menschen aber nicht sehr geübt darin, Gerüche genau zuzuordnen, so wie wir es z.B. mit Farben in Sekundenbruchteilen beherrschen. Der Experte empfiehlt deshalb, alles, was Ihnen unter die Nase kommt zu beschnuppern, sich den Geruch, am besten mit geschlossenen Augen, bewusst zu machen und zu merken.

Riechen Sie an Holz, an frischem Gras, an Äpfeln, Kirschen, Brombeeren, einfach an allem. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie Ihren Geruchssinn dadurch trainieren und wie aromatisch vielfältiger Ihre Weindegustationen dadurch werden. 

Vermeiden Sie störende Fremdgerüche. Riechen Sie am Glas, bevor Sie den Wein einschenken. Hat das Glas einen Eigengeruch, giessen Sie etwas Wein ein und benetzten Sie die gesamte Glasoberfläche damit. Giessen Sie den Wein weg – jetzt sollte das Glas zur Verkostung bereit sein. Achten Sie auch auf andere Fremdgerüche.

„Einen kräftigen Schluck kauen“

Wein wird mit Augen, Nase und Gaumen verkostet. Halten Sie das Glas gegen das Licht oder eine weisse Wand. Ob hellgelb, goldgelb, kirschrot, rubinrot, oder granatrot, hell oder beinahe schwarz, mit violetten Reflexen oder mit von höherem Alter zeugenden Braunschattierungen, die Weinfarbe sollte in jedem Fall klar sein. Trübungen deuten auf Weinfehler oder auf mangelnde Sorgfalt beim Dekantieren eines Weines, der bereits ein Depot gebildet hat. Lesen Sie mehr dazu im Thema „Öffnen und Dekantieren“.

Halten Sie die Nase ins Glas und atmen Sie dabei ein paar Mal kurz ein. Die Empfindsamkeit des Geruchssinns ist nur für ganz kurze Zeit auf höchstem Niveau. Schon bei einem längeren Atemzug tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Deshalb Nase raus aus dem Glas, ausatmen, Nase mit Umgebungsluft neutralisieren und wieder hinein ins Glas. Aus genannten Gründen macht das aber auch nur 2 bis 3 Mal Sinn, bei weiteren Malen können Sie keine Gerüche mehr feststellen.

Jetzt nehmen Sie bedächtig einen kräftigen Schluck. Lassen Sie den Wein von der Spitze weg über Ihre Zunge rollen. Speziell an der Zungenspitze nimmt man die Süsse eines Weines am deutlichsten wahr, weiter hinten und am Gaumen treten dann Säure und Gerbstoffe in den Vordergrund. „Kauen“ Sie den Wein, damit er den ganzen Mund ausfüllt. Schlürfen Sie ein wenig Luft dazu, das hilft den Aromen sich zu entfalten.

Achten Sie beim Schlucken auf die Nachhaltigkeit, das Finale. Atmen Sie nachher noch einmal langsam und bewusst durch den Mund ein. Wie viel von der Aromatik ist noch da?

Wein degustieren heisst auch blind geniessen

Die wichtigste Empfehlung des Weinexperten lautet: Verkosten Sie Weine blind, das heisst, ohne dass Sie wissen, um welchen Wein, in welcher Preisklasse, aus welcher Region usw. es sich handelt.

Nur so können Sie unvoreingenommen beurteilen, ob Ihnen ein Wein wirklich schmeckt oder nicht. Alles, was Sie vor dem Degustieren über einen Wein wissen, weckt Erwartungshaltungen und verändert damit Ihr Empfinden. Am besten lassen Sie den Wein von jemandem einschenken und im Glas servieren, der nicht an der Blindverkostung teilnimmt, sodass Sie die Flasche nicht einmal erahnen können. Dann degustieren Sie, plaudern mit Ihren Freunden darüber, um schliesslich das Geheimnis zu lüften und vielleicht mitgelieferte Verkostungsnotizen nachzulesen.

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